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Leserbriefe

Oberbergische Volkszeitung vom 31.05.2016 - Leserbrief
Oberbergische Volkszeitung vom 01.06.2016 - Leserbriefe

Oberberg aktuell

Andre Steiniger zur Hallenbad-Diskussion

(Leserbrief/25.06.2016-12:13)

Waldbröl – In einem Leserbrief nimmt der CDU-Fraktionsvorsitzende im Waldbröler Stadtrat Stellung.

Das Hallenbad ist uns als CDU ein ebenso wichtiges Anliegen wie den übrigen Fraktionen und der Verwaltung einschließlich dem Bürgermeister. Es ist uns bewusst, dass das Lehrschwimmbecken am Wiedenhof nicht den Anforderungen entspricht, die von der Bürgerschaft und den Schulen an ein Bad gestellt wird. Es geht aber bei der Beurteilung der Frage, ob ein Hallenbad in Waldbröl notwendig ist, nicht ausschließlich darum, die schulischen und touristischen Aspekte zu bewerten.

 

Vielmehr verlangt ein verantwortungsvolles Handeln für die Stadt, dass auch die Auswirkungen betrachtet werden, die zu befürchten sind, wenn das vorliegende und zweifelsfrei akribisch ausgearbeitete Konzept von Herrn Rothstein nicht greifen sollte.

 

In genau dieser Fragestellung unterscheiden wir uns gemeinsam mit der UWG von den übrigen Fraktionen, die bedingungslos den Weiterbetrieb des Bades reklamieren. Es muss uns doch in einem demokratischen Entscheidungsprozess erlaubt sein, kritische Fragen stellen zu dürfen. Und genau diese kritischen Fragen haben sich ergeben, als uns die Zahlen der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) vorgelegt wurden. Wir beteiligen uns ausdrücklich nicht an der unsachlichen Debatte, ob hier unterschiedliches Zahlenmaterial bei der Beurteilung angelegt wurde. Als CDU sind wir nämlich von der Integrität von Herrn Rothstein und der GPA ebenso überzeugt wie von unserer Kämmerin, Frau Hasenbach, die in schwierigen Zeiten einen hervorragenden Job macht.

 

Mit dem von uns initiierten Änderungsantrag in der Ratssitzung, der zunächst eine Prüfung vorsieht, wollen wir erreichen, dass eine fundierte Basis für eine Abstimmung erzielt wird, bei der im Vorfeld die Zahlen aller Beteiligten miteinander verglichen werden und die dann für den Fall der Umsetzbarkeit des Konzeptes die Basis für einen Förderantrag bilden sollen. Sofern wir zum jetzigen Zeitpunkt bei sich widersprechenden Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen eine Förderung beantragen würden, wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mit einem positiven Bescheid zu rechnen.

 

Die Förderung ist aber zwingend, um das Konzept überhaupt umsetzen zu können. Das hat auch Herr Rothstein in der Ratssitzung ausdrücklich betont. Vielleicht versetzen Sie sich einmal in Ihre persönliche Lage. Glauben Sie, Sie hätten einen Kredit für einen Hausbau erhalten, wenn Sie keine Sicherheiten hätten bieten können? Oder fahren Sie einen Mercedes, wenn Sie sich vielleicht nur einen VW leisten können? Diese Fragen stellen wir uns beim Hallenbad und ich finde, das ist legitim.

 

Es kann doch nicht von uns verlangt werden, dass wir bedingungslos mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger spielen, zumal auch nicht zuletzt anhand der schlechten Besucherzahlen deutlich werden müsste, dass ohne Zweifel die große Mehrheit der Waldbröler/innen das Bad gar nicht nutzt. Dafür sind wir als CDU nicht zu haben. Die Reaktionen auf unseren Antrag auf Ratsbürgerentscheid haben uns gezeigt, dass offensichtlich auch in der Bevölkerung Verunsicherung in der Beurteilung herrscht, wie es mit dem Hallenbad weitergehen soll. Nicht anders ist es zu erklären, dass offenbar viele bei einem solchen Bürgerentscheid die Verantwortung an die Politik zurückgeben möchten.

 

Wir haben den Antrag auf Ratsbürgerentscheid zurückgenommen und werden uns dieser Verantwortung stellen. Dafür brauchen wir aber Verlässlichkeit und die muss in Abstimmung mit allen Protagonisten und dem Fördermittelgeber zunächst hergestellt werden. Wir wählen in der Frage des Hallenbads nicht den einfachen Weg und reden allen Befürwortern nach dem Mund, auch wenn wir uns gerade in den letzten Tagen dafür nicht unerheblichen Angriffen ausliefern mussten. Wir werden dem Weiterbetrieb des Bades zustimmen, wenn wir darauf vertrauen können, dass das vorliegende Konzept realistisch umsetzbar ist und auch eine Förderung in Aussicht gestellt werden kann. Ist dies nicht der Fall, werden wir mit der gleichen Überzeugung aber ebenso mutig für eine Schließung votieren.

 

Andre Steiniger, Fraktionsvorsitzender der CDU Waldbröl

Oberberg aktuell - Leserbrief zur Ratssitzung

“The same procedure as every year?"

(Leserbrief/26.06.2016-11:26)

Waldbröl – Ein Leserbrief von Wolfgang Ranke zur Hallenbad-Kontroverse in Waldbröl.

Den „Auftritt“ der CDU und der UWG kann ich nicht nachvollziehen. Beide Parteien waren sich doch im Vorfeld einig, die Bürger um eine Entscheidung zu bitten. Immerhin geht es doch um eine soziale Einrichtung! Waren die Reaktionen der Demo-Teilnehmer sowie der Zuhörer der Ratssitzung nicht Beweis genug für die Stimmung in der Bevölkerung? Klar, nicht repräsentativ, aber eindeutig! Was möchten die CDU und die UWG noch erleben? In meiner Nachbarschaft im Zuhörerraum war immer wieder zu hören, wie die Sitzung wohl abgelaufen wäre, wenn übermorgen Kommunalwahl wäre!

 

Aber leider ist das ja in Waldbröl genauso, wie auf den weiteren politischen Ebenen: der Bürger ist nur als Wähler interessant, danach möge er bitte von der Bildfläche verschwinden! Schade! Was hätte dagegengesprochen, wenn die CDU zusammen mit den Oppositionsparteien ein klares Votum im Sinne der Bürger abgegeben hätte in der Art: wir wollen den Bürgern das Schwimmbad unbedingt erhalten und suchen nach den geeigneten Lösungswegen. Und was hat die UWG geritten, keine eigene Meinung/kein Argument zu artikulieren und sich – wie ich es empfunden habe – gehorsam an die Meinung der „großen Schwester“ anzuhängen?

 

Geht man so mit dem Bürgerwillen um? Ist man zu nichts anderem in der Lage, als schwammige, nichts oder alles aussagende Minimalbeschlüsse zu fassen? Wie üblich gilt jetzt wieder das Motto: „Wenn Du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis!“

 

Ich hätte mir allerdings auch gewünscht, dass die Oppositionsparteien SPD, FDP und Grüne ihre bürgerfreundlichen Anträge wirklich gestellt hätten. Was wäre denn geschehen, wenn sie sich durchgesetzt hätten? Der Vortrag des Herrn Rothstein war unter vielen Aspekten überzeugend auf die Bedürfnisse unserer Stadt zugeschnitten. Die kann eine GPA gar nicht berücksichtigen, weil sie sie nicht kennt, gar nicht kennen kann.

 

Mir kam aber auch noch ein wahrhaft lustiger Gedanke: Wie wäre es gewesen, wenn man im Waldbröler Stadtrat eine völlig neue Folge von „Dinner for one“ gedreht hätte mit dem Untertitel: “The same procedure as every year?“ Volltreffer!

 

Wolfgang Ranke, Waldbröl

Oberberg aktuell

„Es hat der Sache geschadet“

(Leserbrief/28.06.2016-11:00)

Waldbröl - Die Ratsherren Martin Pfeiffer und Frank Kuhlmann-Custodis (beide Grüne) kritisieren in ihrem Leserbrief zum Hallenbad an der Vennstraße das Vorgehen der CDU und UWG.

„Der Rat spricht sich für den Erhalt des Gartenhallenbades Vennstraße aus. Er beauftragt die Verwaltung, unverzüglich den Förderantrag zur Sanierung beziehungsweise Erneuerung des Bades vorzubereiten und fristgerecht zu stellen“, so lautete der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zur Sitzung des Rates der Stadt Waldbröl am 22. Juni.

 

Die Reihenfolge, erstens Aussage zum Erhalt, zweitens Veranlassung Förderantrag, haben wir so gewählt, weil es uns primär darum ging, dass der Rat sich zum Erhalt des Hallenbades positioniert. Deshalb lautete der Antrag auch bewusst nicht: „Der Rat beschließt den Erhalt des Hallenbades.“ Diese bedingungslose Formulierung wäre auch uns derzeit zu weit gegangen, denn ohne eine Förderung ist das für Waldbröl schwerlich zu stemmen. Diesen Unterschied haben wir aber leider nicht vermitteln können, obwohl wir in einer Wortmeldung explizit darauf hingewiesen haben. Schade.

 

Vielmehr wurde unser Antrag, und auch die ähnlich lautenden Anträge von SPD und FDP, von der CDU-UWG Mehrheit ohne Not so lange torpediert und abgelehnt, bis eine zigfach weichgespülte und sinnfreie Formulierung vorlag, die dann als „gemeinsamer Antrag“ vorgetragen und mit einer Enthaltung beschlossen wurde. Ich bin nur allzu froh darüber, dass Herr Steiniger [CDU-Fraktionsvorsitzender, Anmerkung der Redaktion], in seinem Leserbrief vom 25. Juni auf Oberberg-Aktuell, die Initiative für diesen völlig überflüssigen Antrag für die CDU reklamiert.

 

Es gibt jetzt leider keine Termine und keine Fristen für das weitere Vorgehen. Es gibt keinerlei Druck, den wir durch ein Votum für das Hallenbad aufbauen wollten, um damit der Sache ein wenig von ihrer Trägheit zu nehmen. Es war ein guter Antrag den wir, und in der Folge auch die SPD und die FDP, gestellt hatten! Ihm zuzustimmen hätte niemandem Unbehagen bereiten müssen. Was auch immer die Motivation dafür war, ihn platt zu machen, es hat der Sache geschadet.

 

Deshalb werden wir unseren Antrag zur nächsten Ratssitzung wieder einreichen. Darüber hinaus werden wir uns weiterhin überall dort engagieren, wo soziale und kulturelle Belange vernachlässigt werden.

  

 

Martin Pfeiffer und Frank Kuhlmann-Custodis, Waldbröl

(Ratsmitglieder Bündnis 90/Die Grünen)

Oberberg aktuell

"Für wie dumm halten Sie die Waldbröler?"

(Leserbrief/01.07.2016-14:10)

Waldbröl - In einem Leserbrief kritisiert Siegmund Mroz das Vorgehen des CDU-Fraktionsvorsitzenden Andre Steiniger im Bezug auf das Hallenbad an der Vennstraße.

Ich gehöre zwar der Nachbargemeinde Ruppichteroth an, interessiere mich aber trotzdem sehr für die Vorgänge um das Waldbröler Schwimmbad und verfolge sie, seitdem sie in der Bevölkerung bekannt wurden. Nicht zuletzt deshalb, weil meine Enkel hier leben. Auch in unserer Gemeinde wurde ein Schwimmbad gründlich saniert, und es wird seitdem gerne in Anspruch genommen. Trotzdem muss die Gemeinde es mitfinanzieren, allerdings in einem Maß, das nach den Berechnungen von Steuerberater Thorsten Rothstein den Zuschuss, den Waldbröl zu leisten hätte, nicht übersteigt. Ich halte das auch ausdrücklich für notwendig, denn von Schulen und Tourismus abgesehen (hat Herr Andre Steiniger erwähnt) gibt es auch noch soziale Verpflichtungen, denen man nachkommen muss, auch wenn es schwer fällt.

 

Ich habe die Ratssitzung am 22. Juni 2016 verfolgt, deshalb kann ich einfach den Beitrag des Herrn Andre Steiniger [CDU-Fraktionsvorsitzender, Anmerkung der Redaktion], auf den ich mich im Folgenden beziehe, überhaupt nicht akzeptieren. Herr Steiniger hat bei „Oberberg Aktuell“ seine neueste Sichtweise zum Schwimmbad Waldbröl kundgetan. Hochinteressant daran ist es, wie er auch hier wieder sein Fähnchen nach dem Wind richtet. Macht man sich die Mühe, seinen letzten Stadtbrief zu diesem Thema hervorzukramen, klingt es hier noch so, als sei eine Entscheidung ganz im Sinne der Bürger zu erwarten.

 

Jetzt ist wieder alles anders: das Konzept, an dem er höchstpersönlich mitgewirkt hat, muss ein weiteres Mal geprüft werden. Die Zahlen von Frau Anja Hasenbach [Kämmerin der Stadt Waldbröl, Anmerkung der Redaktion] und der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) natürlich nicht, die sind ja neutral und nicht anzuzweifeln. Herr Steiniger traut offenbar dem Werk, an dem er selbst mitgewirkt hat, nicht. Was soll man als Bürger davon halten? Hat er nur der Form halber dabei gesessen, quasi als Statist?

 

Noch etwas zu seinem „Oberberg-Aktuell“-Kommentar: die Berechnungen der GPA haben ihn ermuntert, „in einem demokratischen Entscheidungsprozess… kritische Fragen zu stellen…“. Darf ich daran erinnern, dass in den vergangenen Wochen viele Bürger kritische Fragen gestellt haben, von denen noch nicht eine einzige von der CDU/UWG öffentlich beantwortet wurde? Und wie gnädig ist es, dass die CDU sich nicht an der „unsachlichen Debatte über unterschiedliches Zahlenmaterial bei der Beurteilung (durch die GPA) beteiligt“.

 

Herr Steiniger, für wie dumm halten Sie die Waldbröler? Als ob ein angesehener Steuerberater Thorsten Rothstein, der ehrenamtlich – nicht wie die hier ausdrücklich gelobte Frau Hasenbach während ihrer Dienstzeit - Zeit und Geld investiert hat, in aller Öffentlichkeit Gerüchte streuen würde, die er nicht beweisen kann! Wahrscheinlich glauben Sie das selbst nicht! Dass der von Ihrer Partei beantragte Ratsbürgerentscheid nicht mehr aktuell ist, wundert mich überhaupt nicht mehr. Bürger sind nicht so leicht zu beeinflussen, denen kann man eben nicht vorschreiben, was sie abstimmen sollen! Ihr Weg, den Sie in der Ratssitzung förmlich erzwungen haben, ist da deutlich der einfachere.

 

Siegmund Mroz, Ruppichteroth

Oberberg aktuell

Hallenbad: „Da ist was im Busch“

(Leserbrief/04.07.2016-15:50)

Waldbröl - Heinz-Otto Janßen hat seine eigene Meinung zum Verhalten der CDU und UWG im Bezug auf den Erhalt des Hallenbads an der Vennstraße - „Da wird was im geheimen Kämmerlein ausgekungelt“, vermutet er.

Bezüglich der unendlichen Geschichte für den Erhalt des Hallenbads an der Vennstraße, muss man sich Luft machen, es bleibt einem gar nichts anderes übrig - sonst platzt man! Man muss nicht alles verstehen, wäre da nicht der gesunde Menschenverstand…!

 

Ich habe das alles verfolgt: Leserbriefe, die Ratssitzung, einzelne Meinungen von den Bürgern und den Stadtverordneten und, und, und. Argumente sind genug ausgetauscht, die brauche ich hier nicht unbedingt wiederholen. Zwei fehlen noch, dazu komme ich gleich.

 

Wenn man die Pro- und Kontra-Argumente in die Waagschale wirft, so schlägt das Pendel ganz klar für die Befürworter zum Erhalt des Bades aus. Da beißt keine Maus den Faden ab. Jetzt frage ich mich natürlich, warum wollen "die" das Hallenbad nicht und mit "die" meine ich die CDU und die UWG, die zusammen im Stadtrat die Mehrheit haben. Bei allen Aktivitäten, Diskussionen und Vorträgen muss ich zwangsläufig mein persönliches Fazit ziehen: "die" wollen es wirklich nicht!

 

Man möchte tatsächlich das kleine Lehrschwimmbecken, wie es so schön heißt, ertüchtigen. Eine größere Badewanne, die im Jahre 1965 schon eine Errungenschaft war und für die damaligen Bedürfnisse ausgereicht hat. Das war vor 50 Jahren!!! Die Zeiten haben sich, und nicht nur die Zeiten, die Einwohner und die Schullandschaft ebenso, massiv verändert. Eine einzelne Sammelumkleidekabine bei den Herren mit 3, in Worten drei, Kabinen, einer kleinen Dusche und ebenso winzigen Toiletten reicht einfach nicht mehr. Bei den Damen wird es wohl genauso sein. Veranstaltungen bei einem 12,5 Meter langen Becken kann man vergessen; Leistungssport im Schwimmen bei den Schulen nicht anbieten.

 

Jeder Arzt sagt, dass Schwimmen der gesündeste Sport sei. Das Hallenbad ist eine sportlich soziale Einrichtung. Meiner Meinung nach braucht das keine schwarzen Zahlen schreiben. So ein Hallenbad ist Pflicht, genauso wie die Krankenversorgung. Die DLRG rettet Leben und wer schwimmen kann, ertrinkt nicht so schnell! Und immer noch stellt sich mir die Frage, warum wollen "die" das nicht.

 

Meine subjektive Erkenntnis, man kann sie auch polemisch nennen, das sehe ich ganz gelassen, ist folgende: Dass die Stadtkasse keinen Heller mehr hat, weiß jeder. Trotzdem wird in Waldbröl gewirtschaftet, dass man meint, die Kämmerin der Stadt hätte Goldesel im Gewölbekeller. (Kauf des Petzanwesen, Bau des Bürgerdorfes, Ertüchtigung der Feuerwehr, Straßenveränderungen ohne Ende, Merkurhaus usw.) Und jetzt komme ich auf den Punkt. Natürlich gibt es jede Menge Zuschüsse vom Bund, vom Land und von wo auch immer. Das sind aber keine 100 Prozent! Also muss die Stadt trotzdem noch jede Menge Geld für die vielen Maßnahmen ausgeben, dass sie im Endeffekt nicht hat.

 

Also, ich betone es noch einmal, es ist meine persönliche Spekulation, möchte man so gerne das Hallenbad abreißen und dann an gleicher Stelle einem Investor, in welcher Form auch immer, das Grundstück, groß genug ist es ja, verkaufen. Da ist was im Busch, da wird was im geheimen Kämmerlein ausgekungelt, wie sonst ist das Verhalten zu erklären?

 

Damals, als man das Rathaus mit in dem REWE-Center am Marktplatz integrieren wollte, stellte sich auch im Nachhinein heraus, dass schon fertige Pläne zur Umgestaltung des Alsberg durch einen Investor in der Schublade lagen. Gewusst hat man das erst nach dem Bürgerbegehren.

 

Man sollte sich überlegen, ob man das Bürgerdorf in ein Bürgerrathaus umwandelt, also Geld spart, um damit das Hallenbad zu retten. Man hat sich verrannt, verkalkuliert, versuchte das Unmögliche möglich zu machen, bei all diesen Investitionen und somit wird jetzt "unser" Hallenbad an der Vennstraße auf der Strecke bleiben?! Wie schon geschrieben, man will es nicht, aber man will es aber auch nicht zugeben - und das ist das Fatale!

 

Heinz-Otto Janßen, Morsbach

Oberberg aktuell

„Dann gehen in Waldbröl wirklich die Lichter aus“

(Leserbrief/05.07.2016-16:10)

Waldbröl - Für Jürgen Seinsche nimmt die Diskussion rund um den Erhalt des Hallenbades in Waldbröl nimmt immer kuriosere Formen an.

Die Diskussion rund um den Erhalt des Hallenbades in Waldbröl nimmt immer kuriosere Formen an und zeigt auch deutliche Ungereimtheiten in den Verfahrensweisen. Während die Stadtverwaltung um Bürgermeister Peter Koester offen mit Grundsteuererhöhungen droht (den mittlerweile berüchtigten „Bergneustädter Verhältnissen“), wenn das Schwimmbad geöffnet bleibt, zeigt das Betreiberkonzept Wege auf, wie der städtische Haushalt entlastet werden kann – und zuletzt präsentiert die Gemeindeprüfungsanstalt Zahlen, die nicht mit den individuellen Waldbröler Verhältnissen konform sind und mit Daten aus Durchschnittswerten von Schwimmbädern aus der gesamten Republik aufwarten. Bäder, die in der Vielzahl alt und ebenfalls sanierungsbedürftig sind.

 

Hier häufen sich nun die Fragen:

- Warum wird ein Betreiberkonzept Mitte Januar dieses Jahres im Bürgerhaus den Ratsmitgliedern und der Verwaltung vorgestellt und auch an diese weitergegeben, ohne dass direkt im Anschluss beispielsweise die Verwaltung die Zahlen bei den Mitgliedern des Planungszirkels um Herrn Rothstein hinterfragt?

- Warum stellt stattdessen die Kämmerin die Zahlen in Frage, ohne sie mit den Urhebern zu besprechen?

- Warum wird die Gemeindeprüfungsanstalt erst Monate später involviert?  

- Aus welchem Grund ist der Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt erst kurz vor der Ratssitzung an die Ratsmitglieder weitergegeben worden? Wollte man die Ratsmitglieder verunsichern? Wollte man ein positives Votum zum Erhalt des Hallenbades verhindern?

- Noch spannender ist aber die Frage, warum in der Ratssitzung durch den Bürgermeister Peter Koester versucht worden ist, besonders die Fraktionen von SPD, FDP und Grünen dazu zu bewegen, ihre Anträge für das Schwimmbad zurück zu ziehen – verbunden mit dem Angebot, das Gutachten der Gemeindeprüfungsanstalt dann nicht vorstellen zu lassen. Wird hier unverhohlen der Versuch unternommen, etwas zu vertuschen?

 

Das Bild, welches die CDU und die UWG vor und auch während der Ratssitzung abgegeben haben, kann schlechter nicht sein. Erst traut sich die CDU keine eigene Entscheidung zu und möchte, dass die Bürger dies entscheiden. Dann nehmen sie den Protest der Bürger vor der Ratssitzung nicht ernst und wollen sich trotzdem nicht grundsätzlich für den Erhalt des Hallenbades aussprechen. Auch im Verlauf der Ratssitzung schaffen es dann beide Fraktionen nicht, sich für den Erhalt des Schwimmbades auszusprechen. Stattdessen versuchen sie mehrfach, die Oppositionsparteien dazu zu bewegen, ihre Anträge zum grundsätzlichen Erhalt des Hallenbades zurück zu ziehen. Wird so unser Waldbröl gestaltet?

 

Besonders die CDU spricht immer wieder von „zwei Herzen, die in ihrer Brust schlagen“! Diese zwei Herzen sind, wenn man die Aussagen in der Ratssitzung hört, ein Wirtschaftliches und ein Soziales. Liebe Vertreter der CDU – seit wann kann ein kommunales Hallenbad betriebswirtschaftlich geführt werden? Zuschüsse zum laufenden Betrieb werden immer notwendig sein – und sind auch im Betreiberkonzept vorgesehen! Sind denn die Stadtverwaltung und unsere Schulen nicht auch Zuschussbetriebe, die wir dennoch brauchen?

 

Schauen wir uns die Umgebung des Hallenbades an. In direkter Nachbarschaft befindet sich noch die Heidberghalle – welche (folgt man dem Haushaltssicherungskonzept) ebenfalls auf der Abschussliste der Stadt steht und 2019 geschlossen werden soll. Der TuS mit seinen Tennisplätzen und der Rasenplatz können dem geplanten Beispiel des Hallenbades folgen und schon hat man ein sehr gut angeschlossenes, riesiges Bauareal, direkt an der Promenade gelegen. Leider hat sich Waldbröl dann so sehr in seiner Attraktivität beschnitten, dass es wohl schwierig sein wird, Menschen dazu zu bewegen, sich hier nieder zu lassen. Damit geht einher, dass es für unsere Unternehmen immer weniger Mitarbeiter geben wird, was dazu führen kann, dass sich diese dann auch von Waldbröl abwenden. Immerhin, bis dahin dürften die Straßen und Wege fertiggestellt sein, damit jeder schnell und ohne Umwege aus Waldbröl fliehen kann. Dann gehen in Waldbröl wirklich die Lichter aus, wie unsere Kämmerin in ihrem Vortrag angedeutet hat.

 

Jürgen Seinsche, Waldbröl