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Aus der Presse....

OVZ vom 02.12.2012 - Bürger werfen Rettungsring aus

Hallenbad: Bürger werfen Rettungsring aus

·    Von

·    Heike Hüschemenger

·    02.12.12, 19:30 Uhr

Waldbröl - Sorge, dass „die Bude platzt“, hatte Bürgermeister Peter Koester, als sich immer mehr Waldbröler in den Saal des Bürgerhauses drängten. Der Schwimmverein und die DLRG hatten im Vorfeld kräftig Werbung gemacht, damit die Rettung des Hallenbades große Unterstützung erfährt – mit Erfolg.

Das Gebäude hielt dem Druck von etwa 150 Bürgern stand, mehr zu kämpfen hatte da schon die Verwaltung. Sie musste sich am Freitagabend Kritik über den Sanierungsstau im Gartenhallenbad anhören. Stattdessen habe die Stadt, so der Protest, in das Lehrschwimmbecken am Wiedenhof investiert, das schon vor Jahren geschlossen werden sollte, weil der Hubboden nicht funktionierte: „Ein Wahnsinn, soviel Geld dort reinzustecken.“

Diesen Vorwurf ließ die Verwaltung nicht unwidersprochen. „Wir haben in das Gebäude investiert, im Schwimmbad ist kaum was gemacht worden“, konterte Christoph Peikert vom Waldbröler Bauamt.

Auch Trägerschaft als Vereinsziel

Bürgermeister Koester fügte hinzu, dass die Stadt für dieses Bad einen Betreiber suche, der es beispielsweise in der Gesundheitsprävention nutze. Er gestand ein, dass zwar nicht immer die richtigen Lösungen gefunden worden seien, man aber jetzt nach vorne schauen müsse. Denn die Stadt brauche das Gartenhallenbad für die touristische Entwicklung, könne aber die Kosten allein nicht tragen. „Die Wirtschaftlichkeit ist unterirdisch.“

Nach dem kurzen Schlagabtausch ging die Gründung des Fördervereins „Schwimmen in Waldbröl“ zügig über die Bühne. 55 Gründungsmitglieder beschlossen die Satzung, die als Zweck nicht nur die Beschaffung öffentlicher Fördermitttel und Spenden festschreibt. Sie hält auch die Möglichkeit offen, das Gartenhallenbad in ehrenamtlicher Trägerschaft zu übernehmen. Das allerdings will der Verein sorgfältig prüfen.

Als Vorsitzende gewählt wurde Erdmute Hübsche, Jugendwartin des Waldbröler Schwimmvereins, und zu ihrem Stellvertreter Bernd Schiffer, Vorsitzender der Waldbröler DLRG. Torsten Rothstein gehört als Schatzmeister und Monika Detmer-Hetfleisch als Geschäftsführerin dem Vorstand an. Als Beisitzer wurden Uwe Fröhling, Bürgermeister Koester, Christina Klein, Frank Behrendt und Alexandra Speck gewählt.

OVZ - Interview: Fantastisches Training für die Koordination der Motorik

Interview: Fantastisches Training für die Koordination der Motorik

  • 16.01.14, 19:06 Uhr

    Warum ist es aus ärztlicher Sicht wichtig, dass Kinder schwimmen können?

    Weil hier die „überkreuzten Leitungsbahnen“, wie wir sie nennen, auf spielerische Art aktiviert werden: Die linke Gehirnhälfte steuert den rechten Arm, die rechte Gehirnhälfte den linken Arm. Das ist gerade für feinmotorisch noch nicht so koordinierte Kinder ein fantastisches Training. Und es macht ihnen auch noch Spaß.

    Ab welchem Alter sollten Kinder optimalerweise mit dem Schwimmen beginnen?

    In der Regel mit fünf Jahren. Wir melden sie wegen der Wartelisten meist ein halbes Jahr vorher an. Unsere Schwimmvereine gehören zu den aktivsten Vereinen überhaupt, mit dem Fußball haben sie die meisten Mitglieder.

    Sie als Kinderarzt melden die Kinder an?

    Wir geben den Eltern grundsätzlich die Empfehlung, ja. Schwimmen ist das Beste für Kinder, die in ihrer Koordination noch nicht so gut sind, und da leisten unsere Schwimmvereine und die DLRG Hervorragendes, weil sie die Kinder ganz individuell zu fördern imstande sind.

    http://www.rundschau-online.de/region/oberberg/interview-fantastisches-training-fuer-die-koordination-der-motorik-2960144

    OVZ - Hilfe vom Land Ein Förderprogramm als Strohhalm

    Hilfe vom Land: Ein Förderprogramm als Strohhalm

    • Von

    • Michael Fiedler-Heinen
    • 17.09.14, 19:14 Uhr
    Im Mai 2012 protestierten gut 100 Kinder und Erwachsene gegen eine Schließung des Hallenbades Vennstraße. Bürgermeister Peter Koester (im weißen Hemd) lud Monate später selbst zur Gründung des Fördervereins ein, der bis heute für das Bad kämpft.

    Im Mai 2012 protestierten gut 100 Kinder und Erwachsene gegen eine Schließung des Hallenbades Vennstraße. Bürgermeister Peter Koester (im weißen Hemd) lud Monate später selbst zur Gründung des Fördervereins ein, der bis heute für das Bad kämpft.

    Foto:

    (Archivfoto: Krempin)

    Waldbröl - Eine Chance, wie Nümbrecht sie vor zehn Jahren geboten bekam, sehen sie in Waldbröl nicht, die Gefahr, wie Marienheide ganz unterzugehen, noch nicht.

    Ein jetzt neu aufgelegtes und überarbeitetes Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2008 soll Waldbröl davor bewahren, das stark sanierungsbedürftige Hallenbad an der Vennstraße endgültig aufgeben zu müssen. Das Geld für die aufwendige Sanierung hat die Nothaushaltskommune nicht: Das Bad gilt als freiwillige Leistung und kann somit jederzeit auf Weisung der Kommunalaufsicht aufgegeben werden. So war es in Marienheide (siehe „Panoramabad Marienheide“), und so wäre es auch in Nümbrecht gekommen, wenn der Gemeinde nicht ein honoriger und seiner Heimat verbundener Unternehmer wie Walter Sarstedt (†) eine halbe Million Euro zur Rettung des maroden Hallenbades (siehe „Die Nümbrechter leben ihr Element“) geschenkt hätte.

    Gemeinsamer Antrag wahrscheinlich

    Der Weg in Waldbröl ist etwas mühseliger, doch kämpft hier der aus Schwimmverein, DLRG und Schulen hervorgegangene und mittlerweile als gemeinnützig anerkannte Förderverein „Schwimmen in Waldbröl“ für die Rettung des Hallenbades – gemeinsam mit der Politik. Bürgermeister Peter Koester selbst lud Ende 2012 zur Gründungsversammlung ein, viele Ratsmitglieder aller Fraktionen gehören dem Verein an. Unabhängig voneinander haben nun SPD- und CDU-Fraktion für die Sitzung des Stadtrates in der kommenden Woche Anträge gestellt, sich um das Förderprogramm des Landes zu bemühen. Unter dem Titel „Energetische Erneuerung, Barrierefreiheit und quartiersbezogene Funktionsverbesserung kommunaler Gebäude als Gegenstand der Städtebauförderung“ könnten, so SPD-Fraktionschef Bernd Kronenberg, etwa Bäder und Sportstätten saniert werden. Dabei würden jene Konzepte bevorzugt, wie sie in Waldbröl bereits eingehend für die Sanierung des nach Jahrzehnten marode gewordenen Bades diskutiert wurden. Auch die energetische Sanierung des Rathauses am Alsberg passe ideal in dieses Förderprogramm und solle in den Antrag gleich mit aufgenommen werden. Das Angebot des Landes sei genau auf die Sanierung solcher Gebäude zugeschnitten, zeigt sich Kronenberg optimistisch. Für das Bad setzt auch CDU-Fraktionsvorsitzender Andre Steiniger auf das Förderprogramm, so dass es im Rat zu einem gemeinsamen Vorstoß in Richtung Düsseldorf kommen dürfte. „Wir haben auch keine andere Wahl“, sagt Steiniger. „Denn mit nicht vorhandenen Mitteln können wir das Bad nicht halten.“

    OVZ - Waldbröl gibt Hallenbad verloren

    Trotz millionenschwerer Investitionen: Waldbröl gibt Hallenbad verloren

    ·    Von

    ·    Michael Fiedler-Heinen

    ·    10.09.15, 18:21 Uhr

    Waldbröl - Wenn es nach der Verwaltung geht, dann sind die rund 1,7 Millionen Euro, die Waldbröl für 2016 aus dem Kommunalinvestitionsgesetz zugesprochen wurden, fast restlos verplant: Investiert wird in die Kindergärten Boxberg, Eichen und Hermesdorf, in den Bauhof, die Nutscheidhalle und in die Feuerwehr Thierseifen. 630 000 Euro sind für die im Bau befindliche Feuerwache Waldbröl gedacht, 405 000 Euro für die Instandsetzung und Wiedereröffnung des Lehrschwimmbeckens am Wiedenhof, 270 000 Euro für den Abbruch des Hallenbades an der Vennstraße.

    Mit dieser Aufstellung überraschte Bürgermeister Peter Koester die Öffentlichkeit, als er in der jüngsten Ratssitzung den Haushaltsplanentwurf für 2016 nebst Haushaltssicherungskonzept bis 2022 vorlegte. Damit steht aus Sicht der Stadt fest, dass es keine Möglichkeiten mehr gibt, das beliebte Hallenbad an der Vennstraße zu retten. Trotz aller – auch privaten – Anstrengungen und Spenden lassen sich die Betriebskosten offensichtlich nicht stemmen.

    Weil Waldbröl aber für das Schul- und Vereinsschwimmen ein Bad vorhalten soll, wird das seit einigen Jahren stillgelegte Lehrschwimmbecken der Grundschule am Wiedenhof reaktiviert. Dies alles, so Koester, sei noch von den Ratsfraktionen abzuwägen, allerdings gebe es zu dem eingeschlagenen Weg keine Alternative. „Nur durch die Genehmigung des Haushaltssicherungskonzeptes können vielfältige Aufgaben geplant und zum Wohl der Stadt Waldbröl umgesetzt werden“, nannte Koester eine der Zielvorgaben.

    Jugendamtsumlage steigt deutlich an

    Bis 2012 war Waldbröl sogenannte Nothaushaltskommune, weil die Stadt nicht einmal mit einem Haushaltssicherungskonzept den Weg aus der Misere hätte aufzeigen können. Doch das gelingt immerhin seit 2013, und bis 2022 soll sogar ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden können. Der Weg bis dahin ist freilich weit, denn für 2016 erwarten Koester und Kämmerin Anja Hasenbach ein Defizit von immer noch 6,6 Millionen Euro, das sind gerade mal knapp 100000 Euro weniger als 2015. Ein Großteil des Defizits sei auf die gestiegene Jugendamtsumlage des Kreises zurückzuführen, sagte Koester, außerdem auf Mehraufwendungen für Asylbewerber, hohe Kosten für Sanierungen im Gebäudebereich sowie Kosten für das Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept.

    Positiv sei, dass Waldbröl bis 2022 ohne Eigenkapitalverzehr auskomme und, wenn die Millionen-Investitionen der kommenden Jahre greifen, auch wieder nennenswerte Einnahmen zu verbuchen habe. Bis es so weit ist, sollen jedoch auch die sogenannten Realsteuerhebesätze für die Grundsteuer A (Land- und Forstwirtschaft, unbebaute Grundstücke), Grundsteuer B (bebaute Grundstücke) und die Gewerbesteuer sukzessive erhöht werden, im kommenden Jahr sind es 320 Prozentpunkte (A), 590 (B) und 550 (Gewerbesteuer). Um den Eigenanteil für Investitionen wie den Bau des Bürgerdorfes am Alsberg, für den es 80 Prozent gibt, finanzieren zu können, müssen 7,3 Millionen Euro auf dem Kreditmarkt beschafft werden.

    Beschlossen werden soll der Haushalt am 9. Dezember – in der Weihnachtssitzung.

    OVZ - Investor soll Hallenbad fit machen

    Schwimmbad Vennstraße: Investor soll Waldbröler Hallenbad fit machen

    ·    19.10.15, 19:40 Uhr

    Waldbröl - 500.000 Euro Defizit macht das Waldbröler Hallenbad im Jahr, und doch möchte Bürgermeister Peter Koester den Betrieb an der Vennstraße vorerst nicht schließen. „Eine solche Entscheidung ist noch nicht gefallen“, sagt der Verwaltungschef und reagiert damit auf die zum Teil heftig geführte Diskussion um die Zukunft des Bades, „das Waldbröl unbedingt für seine Schulen und Vereine braucht“.

    Klar sei aber auch, dass ein tragfähiges Konzept für den Betrieb her müsse, ergänzt Koester und richtet den Blick in Richtung Drachenfels: In Königswinter habe ein Investor das alte, 1979 durch den Unternehmer Paul Lemmerz errichtete Hallenbad als „Schwimmtreff“ zu neuem Leben erweckt. „Ein solches Betreiberkonzept durch einen Dritten wäre auch für Waldbröl die richtige Lösung“, glaubt Peter Koester und hofft, dass die Stadt und der Förderverein des Bades diese Suche gemeinsam bestreiten. So lange bleibe die städtische Schwimmhalle auf jeden Fall offen. (höh)

    SPD Waldbröl - Konzept nimmt Gestalt an

    Waldbröl: Ein gutes Konzept für das Schwimmbad nimmt Gestalt an

    8. März 2016

    Waldbröl – Die Waldbröler SPD sieht gute Chancen, dass das Schwimmbad erhalten werden kann. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe, die in den vergangenen Monaten ein Konzept ausgearbeitet hat, liegen jetzt vor und zeigen, dass ein neu renoviertes und von einem selbständigen Trägerverein gemanagtes Schwimmbad Erfolg haben kann.

    Bernd Kronenberg (SPD-Fraktionsvorsitzender): „Uns liegt mittlerweile ein umsetzungsfähiges Betreiberkonzept vor, das auf breiter Basis mit Ratspolitikern, Förderverein und Fachleuten entwickelt wurde. Die nächsten Schritte sind die Absicherung des Gesamtprojektes und danach die Beantragung der Fördermittel für den Neubau des Hallenbades. Es wäre wirtschaftlich und entwicklungspolitisch unsinnig, ein kleines Lehrschwimmbecken an anderer Stelle mit viel Geld wieder in Betrieb zu nehmen und das bestehende Schwimmbad abzureißen. Ein neu aufgestelltes und modern gestaltetes Schwimmbad für Freizeitsport, Vereine, Schulen und z.B. Gäste des Panarbora-Parks ist für eine sich entwickelnde Stadt Waldbröl unverzichtbar und machbar.“

    Kronenberg ist froh darüber, dass der Rat auf Initiative der SPD im neuen Haushaltsplan einstimmig beschlossen hat, einen Sperrvermerk zu den eingeplanten Kosten von 750.000 € für die Reaktivierung des umstrittenen Lehrschwimmbeckens anzubringen. Dies sei ein wichtiges Signal, dass die Option für den Erhalt des Schwimmbades in der Vennstraße Vorrang habe.

    Dafür werde sich die SPD weiter einsetzen. Man sei froh über die positiven Signale auch aus den anderen Ratsfraktionen.

    CDU Waldbröl - Beim Schwimmbad stehen wir noch auf den Startblöcken

    "Beim Schwimmbad stehen wir noch auf den Startblöcken"

    „Wir sind ausgesprochen enttäuscht von dem öffentlichen Schnellschuss der SPD," zeigt sich der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, Andre Steiniger, verärgert über eine Pressemitteilung der Sozialdemokraten zur Zukunft des Waldbröler Hallenbades. Die SPD betreibe damit billige Meinungsmache, die der bisherigen konstruktiven Zusammenarbeit im Arbeitskreis Hallenbad nicht gerecht werde.

    Auch der stellv. Vorsitzende, Ingo Solbach, der neben Steiniger dem Arbeitskreis angehört, gibt sich ratlos. "Ich verstehe das einfach nicht. Wir haben vertrauensvoll und kooperativ zusammengearbeitet und dazu hätte auch gehört, gemeinsam mit einem Ergebnis an die Öffentlichkeit zu treten."

    Steiniger und Solbach sind sich einig, dass die SPD damit den Weg des Konsenses verlassen habe und es nunmehr recht und billig sei, dass sich auch die CDU im laufenden Prozess positioniere. Steiniger betont daher: "Wir werden keine voreiligen Schlüsse aus den bisherigen Beratungen ziehen. Spruchreif ist noch gar nichts. Es gibt für uns noch einige offene Fragen. Eines steht allerdings fest. Ein Weiterbetrieb des Hallenbades zu Lasten der Grund- oder Gewerbesteuer kommt für uns nicht in Frage." Ingo Solbach fügt hinzu: "Es ist uns auch wichtig, dass die Stadtverwaltung von dem Konzept überzeugt ist. Insbesondere legen wir viel Wert auf die Einschätzung der Kämmerin, von der wir zunächst wissen möchten, ob durch den Fortbetrieb des Bades die Konsolidierung des Haushalts gefährdet wird."

    Einig sind sich Steiniger und Solbach abschließend in der Feststellung, dass der Arbeitskreis Hallenbad bislang gute Arbeit geleistet hat. "Unser Dank gilt insbesondere der intensiven und seriösen Arbeit von Torsten Rothstein und den Vertretern des Schwimmvereins, die die konzeptionelle Arbeit am Businessplan federführend vorangetrieben haben", erklären beide unisono. Insofern sei das Ausscheren der SPD aus der Interessengemeinschaft um so bedauerlicher.

    15.03.2016

    Oberbergische Volkszeitung vom 28.05.2016
    Oberbergische Volkszeitung vom 31.05.2016 - Leserbrief
    Oberbergische Volkszeitung vom 01.06.2016 - Leserbriefe
    Lokalanzeiger vom 01.06.2016

    Oberberg aktuell: Entscheidung nicht auf Bürger abwälzen

    SPD: Entscheidung nicht auf Bürger abwälzen
    (Red/10.06.2016-14:20)

    Waldbröl - Die SPD-Ratsfraktion will, dass der Stadtrat eine Entscheidung zum Hallenbad an der Vennstraße fällt und es keinen Bürgerentscheid gibt - Das Bad soll erhalten bleiben und ein Förderantrag zum Neubau gestellt werden.

    „Der Waldbröler Stadtrat muss am 22. Juni zum Schwimmbad in der Vennstraße einen Beschluss fällen“, erklärt SPD-Mann Michael Jaeger die Meinung seiner Fraktion. Es sei Aufgabe des Rates, einen solchen Beschluss pro oder contra zu fällen und eine klare Entscheidung zu treffen. „Nicht den Rat entscheiden zu lassen, mache den Eindruck, dass aus Unsicherheit oder Unschlüssigkeit die Entscheidung auf die Bürger abgewälzt werden soll“, so Jaeger weiter. Die SPD-Fraktion wird sich dem Antrag der CDU deshalb nicht anschließen, sondern auf Entscheidung im Rat bestehen.

    Stattdessen will die SPD einen Antrag durchbringen, in dem der Rat der Stadt Waldbröl sich für den Erhalt des Hallenbades an der Vennstraße ausspricht und die Verwaltung beauftragt, zeitnah einen Förderantrag für den Neubau des Hallenbades zu stellen und die dafür erforderlichen Vorarbeiten zu erbringen. Nachdem mittlerweile ein konkretes Betriebs- und Betreiberkonzept vorliege, gelte es nur noch, die Unterhaltungskosten mit den im Haushaltssicherungskonzept (HSK) veranschlagten Einsparungen durch den Betrieb des Hallenbades in Einklang zu bringen. Dies solle kurzfristig im Rahmen einer Arbeitsgruppe des Planungszirkels Bad und der Verwaltung unter Hinzuziehung externer Fachleute geschehen.

    Brief der Roseggerschule: Waldbröler Schulen wollen das Hallenbad nicht verlieren

     

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    Pool-Position: So wie Manuel, Amelie (im blauen Badeanzug) und Annika sollen auch künftig die Kinder in Waldbröl im Hallenbad an der Vennstraße das Schwimmen lernen können.

    Foto: Hoene

    Einen neunstündigen Schwimmkurs bietet in den Sommerferien der Waldbröler Schwimmverein an. Angesprochen sind Vorschulkinder und auch Schulkinder, die binnen zweier Wochen im Hallenbad an der Vennstraße das Schwimmen lernen sollen. Der Kurs beginnt am 19. Juli und endet am 29. Juli. Eine Mitgliedschaft im Schwimmverein ist dafür nicht erforderlich, schreibt Kursleiterin Erdmute Hübsche, Jugendwartin des Schwimmvereins.

    Ohne das derzeit in seiner Existenz bedrohte Bad, das sagen nicht nur Schwimmverein, DLRG und Förderverein, wären solche Angebote in Waldbröl nicht mehr möglich. Dabei hat erst gerade das Land Nordrhein-Westfalen das Landesprogramm „NRW kann schwimmen! Schwimmen lernen in den Schulferien in NRW“ bis zunächst 2020 verlängert, nachdem es von 2012 bis 2015 mit großem Erfolg durchgeführt wurde. Jährlich können ab sofort 135000 Euro zur Verfügung gestellt werden, was für rund 550 Schwimmkurse pro Jahr reichen soll.
    Getragen wird das Projekt von zwei Ministerien (Schule und Weiterbildung sowie Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport), der Unfallkasse NRW, zwei Krankenkassen und auch dem Landessportbund.

    Roseggerschule mit Appell an die Stadt

    Auf die Notwendigkeit des Schulschwimmens haben im Vorfeld der Ratssitzung, in der am morgigen Mittwoch (17 Uhr, ab 16.45 Uhr Demo) entscheidende Abstimmungen über das Hallenbad an der Vennstraße stattfinden sollen, die Vertreter aller Waldbröler Schulen in Schreiben an die Stadt hingewiesen – exemplarisch auch die Roseggerschule, die als Förderschule des Zweckverbandes Oberbergischer Kreis zwar keine städtische Schule ist, aber dafür das Bad seit langem nutzt.

    Die Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ sowie „Emotionale und soziale Entwicklung“ seien auf Sportangebote, insbesondere das Schwimmen, nachgerade angewiesen, heißt es in der ausführlichen Argumentation, mit der Rektorin Margret Hampe an den Bürgermeister appelliert, das Bad zu erhalten.

    Das viel kleinere Lehrschwimmbecken am Wiedenhof, das zur Reaktivierung in der Diskussion stehe, sei generell für die Zwecke des Schulschwimmens im Sekundarbereich ungeeignet und stelle somit keine sinnvolle Alternative zum Schwimmbad an der Vennstraße dar.

    http://www.rundschau-online.de/region/oberberg/waldbroel/brief-der-roseggerschule-waldbroeler-schulen-wollen-das-hallenbad-nicht-verlieren-24266262

    Oberberg aktuell - Badefreuden oder Untergang?

    (bv/22.06.2016-13:04)

    Waldbröl – Heute wird der Waldbröler Stadtrat über die Zukunft des Bades an der Vennstraße entscheiden – Demonstration für Erhalt um 16:45 Uhr.

    Wenn am heutigen späten Nachmittag Abend um 17 Uhr der Waldbröler Stadtrat in der neuen Mensa des Gymnasiums zusammenkommt, dürfte die Atmosphäre hitzig sein, auch weil es vorher noch eine Demonstration gibt. Zur Abkühlung könnte man eigentlich in das Schwimmbad an der Vennstraße springen, aber um eben dieses geht es ja. Schwimmspaß und Abkühlung: ja oder nein – so lautet die Frage in der Metropole im Südkreis. Eine Frage, an der sich die Geister scheiden und die längst zu einem Politikum geworden ist. Im Prinzip will eigentlich niemand dieses Bad schließen, weil jeder weiß, dass es dann so schnell kein neues in Waldbröl geben wird. Hinzu kommt: Touristisch hat die Stadt in den vergangenen Jahren an Wert gewonnen, insofern würde ein Bad den Aufschwung unterstreichen. Allerdings drücken die mit dem Schwimmbad verbundenen, deftigen roten Zahlen die Stimmung in einem Teil des Rates und der Verwaltung. Fest steht: Ein Weiterbetrieb ist nur möglich, wenn das in die Jahre gekommene Bad grundsaniert wird.

    Die Fakten werden derzeit ziemlich unterschiedlich bewertet. Die Schulen der Stadt, DLRG und die gemeinnützige „Schwimmen in Waldbröl“ GmbH haben sich nachdrücklich für den Erhalt des Bades ausgesprochen. Letztere hatte ein Gutachten in Auftrag gegeben, das bei einer umfassenden Erneuerung von Technik, Bad und Eingangsbereich zu dem Schluss kommt, dass bei einer 80-prozentigen Fördermittel-Unterstützung die Stadt noch eine gute Million Euro in das Bad investieren müsste. Mit einem entsprechenden Betreibermodell, das von Einnahmen aufgrund des Schulschwimmens und einem erhöhten Besucher-Aufkommen ausgeht, könne man das Bad kostenneutral betreiben, so die Gutachter. In der Verwaltung ist man allerdings zurückhaltend, ob sich die im Gutachten angenommenen Zahlen realisieren lassen und verweist auf eine Untersuchung der Gemeindeprüfungsanstalt, die heute Abend vorgestellt werden soll.

     

    Wohin das Pendel am Abend ausschlägt, ist kaum zu prognostizieren. Die einer Erhaltung eher skeptisch gegenüberstehende CDU will, dass nicht der Rat, sondern die Bürger über das Bad entscheiden. Ein eher merkwürdiger Schritt, der von einer Fraktion kommt, denn schließlich wurden die Ratsmitglieder von den Bürgern gewählt, um auch schwierige Entschlüsse zu fassen. SPD, Grüne und FDP sehen Chancen für einen Weiterbetrieb und fordern, dass der Rat eine Grundsatzentscheidung fällt und entsprechende Fördermittel beantragt. Die UWG will zunächst das Gutachten der Gemeindeprüfungsanstalt abwarten. Für Spannung ist also gesorgt.

     

    http://www.oberberg-aktuell.de/index.php?id=445&tx_ttnews[tt_news]=180908&cHash=ded8416a4c

      

    Gartenhallenbad Vennstraße: Stadtrat kommt nicht zu einer Einigung

    Auch die Kinder wollen Klarheit und fordern mit DLRG und Schwimmverein lautstark und argumentativ den Erhalt des Bades.

    Auch die Kinder wollen Klarheit und fordern mit DLRG und Schwimmverein lautstark und argumentativ den Erhalt des Bades.

    Foto: Krempin

    Am Ende war es ein einstimmiger Beschluss, der gar keine Entscheidung ist: Nach dreieinhalbstündigem, hoch emotionalem Ringen um das Gartenhallenbad Vennstraße, der eine Demonstration von über 350 Bürgerinnen und Bürgern vorausgegangen war, einigte sich der Stadtrat am Abend auf eine Formulierung, die eine „ergebnisoffene Prüfung“ des Hallenbades impliziert.

    Alles, was im Vorfeld an Anträgen der Ratsfraktionen zum Thema gestellt worden war, spielte keine Rolle mehr, nachdem Kämmerin Anja Hasenbach und Thorsten Rothstein, der als Steuerberater ehrenamtlich ein dezidiertes Konzept, das die Rettung des Bades durch letztlich eine gemeinnützige Betreibergesellschaft für möglich hält, massiv wegen der Berechnungen aneinandergeraten waren.

    Hasenbach argumentiert gegen das Betreibermodell als nicht machbar und befürwortet ihrerseits eine Wiederinbetriebnahme des Lehrschwimmbeckens am Wiedenhof, das aber nach Auskunft von Schulen und Vereinen nicht einmal für das Schulschwimmen geeignet ist. Auch das Gemeindeprüfungsamt (gpa), das als unabhängiges Institut des Landes Rothsteins Konzept geprüft hatte, kam zu einem ähnlichen Ergebnis wie die Kämmerin, hatte aber mit dem Ersteller des Konzeptes weder darüber gesprochen, noch das auf Waldbröl zugeschnittene Zahlenwerk weiter hinterfragt.

    Das soll nun alles geschehen, denn der „ergebnisoffene“ Ratsbeschluss sieht vor, dass sich Kämmerei, Rothstein, das Gemeindeprüfungsamt und Vertreter des Rates noch einmal gemeinsam an einen Tisch setzen, die Berechnungsmodelle gegeneinander abwägen und dann den Rat in einer Sondersitzung entscheiden lassen, ob ein Förderantrag gestellt werden kann.

    Dieser „Kompromiss“, der von den zahlreich anwesenden Bürgerinnen und Bürgern im Saal mit Kopfschütteln quittiert wurde, kam auf Drängen der CDU-Fraktion zustande, die sich kategorisch weigerte, einen „Grundsatzbeschluss pro Bad“, wie ihn Grüne, SPD und FDP nach etlichen Abstrichen als Minimalkonsens aufrechterhalten wollten, mitzutragen. Die Fraktionschefs der Oppositionsparteien versuchten der CDU goldene Brücken zu bauen, denn – so argumentierte beispielsweise Claudia Hein (Grüne) – einen Förderantrag zu stellen, bedeute ja noch nicht, das der genehmigt werde. Dagegen forderte Andre Steiniger namens der CDU dazu auf, alle Anträge pro Bad zurückzuziehen, sonst müsse man an diesem Abend aufgrund der vagen Berechnungsbeispiele gegen die Anträge und damit gegen das Bad stimmen. Das brachte Herbert Greb (FDP) auf die Palme: „Wer das Bad nicht will, soll hier und heute Farbe bekennen.“ Bernd Kronenberg (SPD) schlug schließlich eine interfraktionelle Sitzungsunterbrechung vor, um wenigstens den Minimalkonsens zu erzielen.

    http://www.rundschau-online.de/region/oberberg/waldbroel/gartenhallenbad-vennstrasse-stadtrat-kommt-nicht-zu-einer-einigung-24277918

    Oberberg aktuell - Waldbröler müssen weiter um ihr Bad bangen

    (Red/23.06.2016-11:05)

    Waldbröl – Über 350 Bürger setzten sich vor der gestrigen Ratssitzung für den Erhalt des Hallenbads an der Vennstraße ein – In einem einstimmigen Beschluss einigten sich die Ratsmitglieder auf eine „Vertagung“.

    Schon vor der gestrigen Sitzung des Stadtrates ging es in Waldbröl heiß her: Über 350 Demonstranten hatten sich vor dem Gymnasium, in dessen Mensa der Stadtrat tagt, zusammengefunden, um ihren Forderungen lautstark Ausdruck zu verleihen. „Bitte bringen Sie den Förderantrag heute auf den Weg! Das ist die letzte Chance für unser Schwimmbad an der Vennstraße“ lautete die Aufforderung an die Ratsmitglieder. Teils waren die Demonstranten extra aus Lindlar angereist, vom Kleinkind bis zum fast 90-jährigen Senior waren sich alle einig: Das Hallenbad muss erhalten werden.

     

     

    Auch Bernd Schiffer von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) demonstrierte mit. Er wäre im Alter von zehn Jahren fast ertrunken, weil er nicht schwimmen konnte, erzählt er. Dieses Erlebnis hat dazu geführt, dass er selbst Rettungsschwimmer wurde und andere im Wasser ausbildet. „Die Schließung des Gartenhallenbads hätte zur Folge, dass weniger Kinder schwimmen lernen. Auch die Flüchtlinge, von denen viele nicht schwimmen können, hätten dann vor Ort keine Möglichkeit, das Schwimmen zu lernen. Das hätte im schlimmsten Fall Unfälle mit Todesfolge zur Folge“, lautete seine düstere Prognose.

     

    „Ich möchte gerne schwimmen lernen“, erklärt dann auch der kleine Kevin, warum er für den Erhalt des Bades demonstriert. Andere Kinder haben Angst, dass sie bald nicht mehr Aquaball spielen gehen können. „Viele Senioren gehen regelmäßig schwimmen, um ihre Beweglichkeit und Gesundheit zu erhalten. Ohne Bad wäre das nicht mehr möglich“, bangte auch Renate Oberdellmann um das Hallenbad.

     

     

    Erdmute Hübsche vom Schwimmverein Waldbröl erzählte, dass sie sechs syrischen Kindern im Bad gerade Schwimmunterricht erteilt. Denn sie dürfen ihre neuen Mitschüler nur auf die anstehende Klassenfahrt begleiten, wenn sie auch schwimmen können. Ohne Bad kein Schwimmunterricht und keine Klassenfahrt – eine wichtige Gelegenheit zur Integration würde „Baden gehen“. Auch der Leistungskurs Sport an der Gesamtschule könnte ohne das Bad nicht mehr stattfinden, da die Sportart Schwimmen in den Curricula vorgesehen ist. „Davon weiß die Verwaltung angeblich nichts, dabei hat die Pflegschaft doch in einem Schreiben darauf aufmerksam gemacht“, empörten sich die Demonstranten.

     

    Emotional wurde auch in der Ratssitzung weitergerungen – dreieinhalb Stunden lang. Warum man das kleine Lehrschwimmbecken nicht schließe, anstatt es zu sanieren, und dafür das Gartenhallenbad erhalte, wollte eine Einwohnerin wissen. „Auch die Lehrer sind bereit mit den Grundschulkindern in das Gartenhallenbad zu gehen, da hier eine wesentlich bessere Aufsichtsmöglichkeit durch Nichtschwimmer- und Schwimmerbereich gegeben ist“, argumentierte die Waldbrölerin. Die Gemeinde wies darauf hin, dass das Lehrschwimmbecken am Wiedenhof bereits von außen saniert wurde. Wenn es dann auch von innen saniert sei, würden hier keine Kosten mehr anfallen. Eine Antwort, die viele der Bürger sichtlich nicht zufrieden stellte.

     

     

    Auf ein konkretes Ergebnis warteten die Demonstranten und Zuschauer der Sitzung aber vergebens. Der Rat einigte sich drauf, in einer späteren Sondersitzung zu entscheiden, ob ein Förderantrag gestellt werden kann. Zuvor sollen Rechnungen und Konzepte unter anderem von Kämmerin, Steuerberater und Gemeindeprüfungsanstalt noch einmal auf den Prüfstand genommen werden. „Rat und Verwaltung ist die Bedeutung des Bades bewusst. Für die Beantragung von Fördermitteln ist es aber erforderlich, ein tragfähiges Kosten- und Finanzierungskonzept vorzulegen, dass in den städtischen Haushalt passt. Ohne hat ein Förderantrag keine Erfolgsaussichten“, zeigte sich Bürgermeister Peter Koester erfreut, dass sich der Rat diese Zeit nehmen will. Die Bürger müssen derweil weiter auf eine Entscheidung warten.

     

    http://www.oberberg-aktuell.de/index.php?id=445&tx_ttnews[tt_news]=180935&cHash=a049b8a959

     

    Oberberg aktuell - Kommentare zum Artikel "Waldbröler müssen weiter um ihr Bad bangen"

    Alle Kommentare

    23.06.2016 Gavinski

    Die Grundsteuer steigt sowiso jährlich und Waldbröl geht immer mehr unter. Wenn ich wüsste das die nächste Erhebung der Grunsteuer, die sowiso kommen wird, fürs Schwimmbad ist dann wäre ich auch bereit es zu zahlen und ich denke die meisten Familien mit Kindern werden sich meiner Meinung anschließen.

    23.06.2016 Martin Pfeiffer

    Ich habe mich enthalten und lege Wert auf diese Feststellung. Einstimmig war's also nicht

    23.06.2016 Oskar Schmidt

    Es ist sehr vernünftig erst die Prüfungen abzuwarten. Würde man die Waldbröler fragen: Wärt ihr bereit für den Erhalt des Schwimmbades als Familie evtl. über 200 Euro pro Haushalt über die Grundsteuer zu bezahlen? Ich glaube die Anwort wäre klar...

    Bei 17. bis 22.000 Euro Einnahmen vorher und etwa 500.000 Miese pro Jahr. Mit tollem neuen Konzept kommt das Geld dann rein?

    Kundgebung pro Hallenbad: Erbitterter Streit um Zahlen und Konzepte

    Von ihren Eltern begleitet, demonstrierten viele Kinder für die einzige Möglichkeit, in Waldbröl das Schwimmen erlernen zu können. Dieses Mädchen möchte Rettungsschwimmerin werden. (Foto: Krempin)

    Von ihren Eltern begleitet, demonstrierten viele Kinder für die einzige Möglichkeit, in Waldbröl das Schwimmen erlernen zu können. Dieses Mädchen möchte Rettungsschwimmerin werden. (Foto: Krempin)

    Letztlich waren es mahnende Worte des Waldbröler Kinderarztes Dr. Uwe Nothnick, die den Stadtrat in die über dreistündige Diskussion zum Waldbröler Hallenbad geleiteten. Von Berufs wegen sieht er zunehmend motorische Defizite bei Kindern, die nicht schwimmen können und auch dadurch in ihrer Entwicklung beeinträchtigt sind. Die Schließung des einzigen Bades sei ein vielleicht irreversibler Fehler, den der Rat bitte nicht begehen solle.

    Nothnick war einer der Redner, die die Demonstration von mehr als 350 Erwachsenen und Kindern für den Erhalt des Bades, mit Argumenten untermauerten. Einige der Kinder brachten es da auf einen einfachen Punkt: „Ich möchte schwimmen lernen.“ Oder Eva Roth-Seefrid, die auf eine Flüchtlingsfamilie mit sechs Kindern hinwies, die nicht an einer Klassenfahrt teilnehmen dürften, wenn sie nicht vorher das Schwimmen erlernten.

    Kämmerin geriet ins Visier der Kritik

    Hochemotional wurde die Diskussion anschließend im Rat geführt, wo Bürgermeister Peter Koester gleich zu Beginn versuchte, die Wogen zu glätten. Immer wieder ins Visier geriet allerdings Kämmerin Anja Hasenbach, die die von Steuerberater Thorsten Rothstein erstellte Unternehmensplanung mit angeblich falschen oder unvollständigen Zahlen an das Gemeindeprüfungsamt weitergeleitet haben soll. Hasenbach widersprach Rothsteins Vorhaltungen. Der Bericht dieses Landesamtes, das neutral sein soll, hatte dann allerdings für die heftigen verbalen Auseinandersetzungen in der Ratssitzung gesorgt. Denn die Prüfung, die Manfred Wiethoff und Holger Rüsch vorstellten, war erst vorigen Freitag per Fax als Entwurf in Waldbröl eingegangen und zwei Abende vor der Ratssitzung noch einmal korrigiert worden. Das Fazit dieser Gutachter ist, dass das Bad an der Vennstraße nur mit hohen Defiziten für die Kommune zu betreiben wäre, das reaktivierte Lehrschwimmbecken am Wiedenhof aber würde sich rechnen.

    Die Unternehmensplanung, die Thorsten Rothstein gemeinsam mit Andre Steiniger, Ingo Solbach (beide CDU), Bernd Kronenberg, Anne Theuer (SPD) Erdmute und Malte Hübsche (Schwimmverein), Pfarrer Jochen Gran sowie Ingolf Pott von der Hallenfreizeitbad-GmbH Königswinter erstellt hat, kommt genau zu dem gegenteiligen Ergebnis und sieht das Bad an der Vennstraße – von einer gemeinnützigen GmbH betrieben – durchaus wirtschaftlich. Allerdings impliziert das Konzept einen Teilabriss und Neubau, der zur Folge hat, dass während der Bauzeit 2018/19 vorübergehend kein Bad in Waldbröl zur Verfügung steht. Die Diskrepanzen zwischen dem Pro-Bad-Konzept und der Bewertung durch das Gemeindeprüfungsamt waren auch in der Ratssitzung nicht sachlich aufzuklären, so dass schließlich der Beschluss gefasst wurde, alle Experten erneut in einem Arbeitszirkel an einen Tisch zu bringen, über die Zukunft des Bades „ergebnisoffen“ zu befinden und danach eventuell Förderanträge zu stellen.

    http://www.rundschau-online.de/region/oberberg/waldbroel/kundgebung-pro-hallenbad-erbitterter-streit-um-zahlen-und-konzepte-24283448

    Kommentar zum Hallenbad Vennstraße: Misstrauen

    Michael Fiedler-Heinen

    Michael Fiedler-Heinen

    Nach der hitzigen Ratsdebatte um das Hallenbad Vennstraße sieht sich die Waldbröler CDU-Fraktion unsachlichen Anfeindungen ausgesetzt. Kritik an ihrem Verhalten hat sie aber selbst zu verantworten. Und auch das Misstrauen.

    Warum ist die Fraktion nicht in der Lage, sich „grundsätzlich für den Erhalt des Bades“ auszusprechen, wenn sie insgeheim nicht doch dagegen ist? „Grundsätzlich“ besagt alles und nichts, damit ist weder für den Fortbestand des Bades entschieden, noch über eine mögliche Schließung. Alleine das „grundsätzlich“ wäre ein positives Signal gewesen, genau das zu tun, was jetzt ohnehin folgt: Die Protagonisten werden sich erneut zusammensetzen, in einem Arbeitszirkel. Man wird die Zahlen und Modelle gemeinsam auf den Tisch legen und dann entscheiden, ob es sich lohnt, für die Erneuerung des Hallenbades an der Vennstraße eine 80-prozentige Förderung beim Land zu beantragen.

    Ohne Not ging aber die CDU her und forderte SPD, Grüne und FDP mehrfach auf, ihre Anträge pro Bad zurückzuziehen, ansonsten werde man dagegen stimmen. Das heißt im Umkehrschluss: Wir stimmen gegen das Bad, aber ihr seid das dann schuld! Was, bitte, ist das für ein Demokratieverständnis? So zerstreut man kein Misstrauen, so schürt man es und bringt Bürger auf die Palme.

    Leidtragende sind Kinder, die ohne Bad keine Möglichkeit haben, wohnortnah das lebenswichtige Schwimmen zu lernen. Das ist kein Wunschkonzert, sondern Fürsorgepflicht.

    http://www.rundschau-online.de/region/oberberg/waldbroel/kommentar-zum-hallenbad-vennstrasse-misstrauen-24283440

    Oberberg aktuell

    Andre Steiniger zur Hallenbad-Diskussion

    (Leserbrief/25.06.2016-12:13)

    Waldbröl – In einem Leserbrief nimmt der CDU-Fraktionsvorsitzende im Waldbröler Stadtrat Stellung.

    Das Hallenbad ist uns als CDU ein ebenso wichtiges Anliegen wie den übrigen Fraktionen und der Verwaltung einschließlich dem Bürgermeister. Es ist uns bewusst, dass das Lehrschwimmbecken am Wiedenhof nicht den Anforderungen entspricht, die von der Bürgerschaft und den Schulen an ein Bad gestellt wird. Es geht aber bei der Beurteilung der Frage, ob ein Hallenbad in Waldbröl notwendig ist, nicht ausschließlich darum, die schulischen und touristischen Aspekte zu bewerten.

     

    Vielmehr verlangt ein verantwortungsvolles Handeln für die Stadt, dass auch die Auswirkungen betrachtet werden, die zu befürchten sind, wenn das vorliegende und zweifelsfrei akribisch ausgearbeitete Konzept von Herrn Rothstein nicht greifen sollte.

     

    In genau dieser Fragestellung unterscheiden wir uns gemeinsam mit der UWG von den übrigen Fraktionen, die bedingungslos den Weiterbetrieb des Bades reklamieren. Es muss uns doch in einem demokratischen Entscheidungsprozess erlaubt sein, kritische Fragen stellen zu dürfen. Und genau diese kritischen Fragen haben sich ergeben, als uns die Zahlen der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) vorgelegt wurden. Wir beteiligen uns ausdrücklich nicht an der unsachlichen Debatte, ob hier unterschiedliches Zahlenmaterial bei der Beurteilung angelegt wurde. Als CDU sind wir nämlich von der Integrität von Herrn Rothstein und der GPA ebenso überzeugt wie von unserer Kämmerin, Frau Hasenbach, die in schwierigen Zeiten einen hervorragenden Job macht.

     

    Mit dem von uns initiierten Änderungsantrag in der Ratssitzung, der zunächst eine Prüfung vorsieht, wollen wir erreichen, dass eine fundierte Basis für eine Abstimmung erzielt wird, bei der im Vorfeld die Zahlen aller Beteiligten miteinander verglichen werden und die dann für den Fall der Umsetzbarkeit des Konzeptes die Basis für einen Förderantrag bilden sollen. Sofern wir zum jetzigen Zeitpunkt bei sich widersprechenden Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen eine Förderung beantragen würden, wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mit einem positiven Bescheid zu rechnen.

     

    Die Förderung ist aber zwingend, um das Konzept überhaupt umsetzen zu können. Das hat auch Herr Rothstein in der Ratssitzung ausdrücklich betont. Vielleicht versetzen Sie sich einmal in Ihre persönliche Lage. Glauben Sie, Sie hätten einen Kredit für einen Hausbau erhalten, wenn Sie keine Sicherheiten hätten bieten können? Oder fahren Sie einen Mercedes, wenn Sie sich vielleicht nur einen VW leisten können? Diese Fragen stellen wir uns beim Hallenbad und ich finde, das ist legitim.

     

    Es kann doch nicht von uns verlangt werden, dass wir bedingungslos mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger spielen, zumal auch nicht zuletzt anhand der schlechten Besucherzahlen deutlich werden müsste, dass ohne Zweifel die große Mehrheit der Waldbröler/innen das Bad gar nicht nutzt. Dafür sind wir als CDU nicht zu haben. Die Reaktionen auf unseren Antrag auf Ratsbürgerentscheid haben uns gezeigt, dass offensichtlich auch in der Bevölkerung Verunsicherung in der Beurteilung herrscht, wie es mit dem Hallenbad weitergehen soll. Nicht anders ist es zu erklären, dass offenbar viele bei einem solchen Bürgerentscheid die Verantwortung an die Politik zurückgeben möchten.

     

    Wir haben den Antrag auf Ratsbürgerentscheid zurückgenommen und werden uns dieser Verantwortung stellen. Dafür brauchen wir aber Verlässlichkeit und die muss in Abstimmung mit allen Protagonisten und dem Fördermittelgeber zunächst hergestellt werden. Wir wählen in der Frage des Hallenbads nicht den einfachen Weg und reden allen Befürwortern nach dem Mund, auch wenn wir uns gerade in den letzten Tagen dafür nicht unerheblichen Angriffen ausliefern mussten. Wir werden dem Weiterbetrieb des Bades zustimmen, wenn wir darauf vertrauen können, dass das vorliegende Konzept realistisch umsetzbar ist und auch eine Förderung in Aussicht gestellt werden kann. Ist dies nicht der Fall, werden wir mit der gleichen Überzeugung aber ebenso mutig für eine Schließung votieren.

     

    Andre Steiniger, Fraktionsvorsitzender der CDU Waldbröl

    Oberberg aktuell - Leserbrief zur Ratssitzung

    “The same procedure as every year?"

    (Leserbrief/26.06.2016-11:26)

    Waldbröl – Ein Leserbrief von Wolfgang Ranke zur Hallenbad-Kontroverse in Waldbröl.

    Den „Auftritt“ der CDU und der UWG kann ich nicht nachvollziehen. Beide Parteien waren sich doch im Vorfeld einig, die Bürger um eine Entscheidung zu bitten. Immerhin geht es doch um eine soziale Einrichtung! Waren die Reaktionen der Demo-Teilnehmer sowie der Zuhörer der Ratssitzung nicht Beweis genug für die Stimmung in der Bevölkerung? Klar, nicht repräsentativ, aber eindeutig! Was möchten die CDU und die UWG noch erleben? In meiner Nachbarschaft im Zuhörerraum war immer wieder zu hören, wie die Sitzung wohl abgelaufen wäre, wenn übermorgen Kommunalwahl wäre!

     

    Aber leider ist das ja in Waldbröl genauso, wie auf den weiteren politischen Ebenen: der Bürger ist nur als Wähler interessant, danach möge er bitte von der Bildfläche verschwinden! Schade! Was hätte dagegengesprochen, wenn die CDU zusammen mit den Oppositionsparteien ein klares Votum im Sinne der Bürger abgegeben hätte in der Art: wir wollen den Bürgern das Schwimmbad unbedingt erhalten und suchen nach den geeigneten Lösungswegen. Und was hat die UWG geritten, keine eigene Meinung/kein Argument zu artikulieren und sich – wie ich es empfunden habe – gehorsam an die Meinung der „großen Schwester“ anzuhängen?

     

    Geht man so mit dem Bürgerwillen um? Ist man zu nichts anderem in der Lage, als schwammige, nichts oder alles aussagende Minimalbeschlüsse zu fassen? Wie üblich gilt jetzt wieder das Motto: „Wenn Du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis!“

     

    Ich hätte mir allerdings auch gewünscht, dass die Oppositionsparteien SPD, FDP und Grüne ihre bürgerfreundlichen Anträge wirklich gestellt hätten. Was wäre denn geschehen, wenn sie sich durchgesetzt hätten? Der Vortrag des Herrn Rothstein war unter vielen Aspekten überzeugend auf die Bedürfnisse unserer Stadt zugeschnitten. Die kann eine GPA gar nicht berücksichtigen, weil sie sie nicht kennt, gar nicht kennen kann.

     

    Mir kam aber auch noch ein wahrhaft lustiger Gedanke: Wie wäre es gewesen, wenn man im Waldbröler Stadtrat eine völlig neue Folge von „Dinner for one“ gedreht hätte mit dem Untertitel: “The same procedure as every year?“ Volltreffer!

     

    Wolfgang Ranke, Waldbröl

    Oberberg aktuell

    „Es hat der Sache geschadet“

    (Leserbrief/28.06.2016-11:00)

    Waldbröl - Die Ratsherren Martin Pfeiffer und Frank Kuhlmann-Custodis (beide Grüne) kritisieren in ihrem Leserbrief zum Hallenbad an der Vennstraße das Vorgehen der CDU und UWG.

    „Der Rat spricht sich für den Erhalt des Gartenhallenbades Vennstraße aus. Er beauftragt die Verwaltung, unverzüglich den Förderantrag zur Sanierung beziehungsweise Erneuerung des Bades vorzubereiten und fristgerecht zu stellen“, so lautete der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zur Sitzung des Rates der Stadt Waldbröl am 22. Juni.

     

    Die Reihenfolge, erstens Aussage zum Erhalt, zweitens Veranlassung Förderantrag, haben wir so gewählt, weil es uns primär darum ging, dass der Rat sich zum Erhalt des Hallenbades positioniert. Deshalb lautete der Antrag auch bewusst nicht: „Der Rat beschließt den Erhalt des Hallenbades.“ Diese bedingungslose Formulierung wäre auch uns derzeit zu weit gegangen, denn ohne eine Förderung ist das für Waldbröl schwerlich zu stemmen. Diesen Unterschied haben wir aber leider nicht vermitteln können, obwohl wir in einer Wortmeldung explizit darauf hingewiesen haben. Schade.

     

    Vielmehr wurde unser Antrag, und auch die ähnlich lautenden Anträge von SPD und FDP, von der CDU-UWG Mehrheit ohne Not so lange torpediert und abgelehnt, bis eine zigfach weichgespülte und sinnfreie Formulierung vorlag, die dann als „gemeinsamer Antrag“ vorgetragen und mit einer Enthaltung beschlossen wurde. Ich bin nur allzu froh darüber, dass Herr Steiniger [CDU-Fraktionsvorsitzender, Anmerkung der Redaktion], in seinem Leserbrief vom 25. Juni auf Oberberg-Aktuell, die Initiative für diesen völlig überflüssigen Antrag für die CDU reklamiert.

     

    Es gibt jetzt leider keine Termine und keine Fristen für das weitere Vorgehen. Es gibt keinerlei Druck, den wir durch ein Votum für das Hallenbad aufbauen wollten, um damit der Sache ein wenig von ihrer Trägheit zu nehmen. Es war ein guter Antrag den wir, und in der Folge auch die SPD und die FDP, gestellt hatten! Ihm zuzustimmen hätte niemandem Unbehagen bereiten müssen. Was auch immer die Motivation dafür war, ihn platt zu machen, es hat der Sache geschadet.

     

    Deshalb werden wir unseren Antrag zur nächsten Ratssitzung wieder einreichen. Darüber hinaus werden wir uns weiterhin überall dort engagieren, wo soziale und kulturelle Belange vernachlässigt werden.

      

     

    Martin Pfeiffer und Frank Kuhlmann-Custodis, Waldbröl

    (Ratsmitglieder Bündnis 90/Die Grünen)

    Oberberg aktuell

    "Für wie dumm halten Sie die Waldbröler?"

    (Leserbrief/01.07.2016-14:10)

    Waldbröl - In einem Leserbrief kritisiert Siegmund Mroz das Vorgehen des CDU-Fraktionsvorsitzenden Andre Steiniger im Bezug auf das Hallenbad an der Vennstraße.

    Ich gehöre zwar der Nachbargemeinde Ruppichteroth an, interessiere mich aber trotzdem sehr für die Vorgänge um das Waldbröler Schwimmbad und verfolge sie, seitdem sie in der Bevölkerung bekannt wurden. Nicht zuletzt deshalb, weil meine Enkel hier leben. Auch in unserer Gemeinde wurde ein Schwimmbad gründlich saniert, und es wird seitdem gerne in Anspruch genommen. Trotzdem muss die Gemeinde es mitfinanzieren, allerdings in einem Maß, das nach den Berechnungen von Steuerberater Thorsten Rothstein den Zuschuss, den Waldbröl zu leisten hätte, nicht übersteigt. Ich halte das auch ausdrücklich für notwendig, denn von Schulen und Tourismus abgesehen (hat Herr Andre Steiniger erwähnt) gibt es auch noch soziale Verpflichtungen, denen man nachkommen muss, auch wenn es schwer fällt.

     

    Ich habe die Ratssitzung am 22. Juni 2016 verfolgt, deshalb kann ich einfach den Beitrag des Herrn Andre Steiniger [CDU-Fraktionsvorsitzender, Anmerkung der Redaktion], auf den ich mich im Folgenden beziehe, überhaupt nicht akzeptieren. Herr Steiniger hat bei „Oberberg Aktuell“ seine neueste Sichtweise zum Schwimmbad Waldbröl kundgetan. Hochinteressant daran ist es, wie er auch hier wieder sein Fähnchen nach dem Wind richtet. Macht man sich die Mühe, seinen letzten Stadtbrief zu diesem Thema hervorzukramen, klingt es hier noch so, als sei eine Entscheidung ganz im Sinne der Bürger zu erwarten.

     

    Jetzt ist wieder alles anders: das Konzept, an dem er höchstpersönlich mitgewirkt hat, muss ein weiteres Mal geprüft werden. Die Zahlen von Frau Anja Hasenbach [Kämmerin der Stadt Waldbröl, Anmerkung der Redaktion] und der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) natürlich nicht, die sind ja neutral und nicht anzuzweifeln. Herr Steiniger traut offenbar dem Werk, an dem er selbst mitgewirkt hat, nicht. Was soll man als Bürger davon halten? Hat er nur der Form halber dabei gesessen, quasi als Statist?

     

    Noch etwas zu seinem „Oberberg-Aktuell“-Kommentar: die Berechnungen der GPA haben ihn ermuntert, „in einem demokratischen Entscheidungsprozess… kritische Fragen zu stellen…“. Darf ich daran erinnern, dass in den vergangenen Wochen viele Bürger kritische Fragen gestellt haben, von denen noch nicht eine einzige von der CDU/UWG öffentlich beantwortet wurde? Und wie gnädig ist es, dass die CDU sich nicht an der „unsachlichen Debatte über unterschiedliches Zahlenmaterial bei der Beurteilung (durch die GPA) beteiligt“.

     

    Herr Steiniger, für wie dumm halten Sie die Waldbröler? Als ob ein angesehener Steuerberater Thorsten Rothstein, der ehrenamtlich – nicht wie die hier ausdrücklich gelobte Frau Hasenbach während ihrer Dienstzeit - Zeit und Geld investiert hat, in aller Öffentlichkeit Gerüchte streuen würde, die er nicht beweisen kann! Wahrscheinlich glauben Sie das selbst nicht! Dass der von Ihrer Partei beantragte Ratsbürgerentscheid nicht mehr aktuell ist, wundert mich überhaupt nicht mehr. Bürger sind nicht so leicht zu beeinflussen, denen kann man eben nicht vorschreiben, was sie abstimmen sollen! Ihr Weg, den Sie in der Ratssitzung förmlich erzwungen haben, ist da deutlich der einfachere.

     

    Siegmund Mroz, Ruppichteroth

    Oberberg aktuell

    Hallenbad: „Da ist was im Busch“

    (Leserbrief/04.07.2016-15:50)

    Waldbröl - Heinz-Otto Janßen hat seine eigene Meinung zum Verhalten der CDU und UWG im Bezug auf den Erhalt des Hallenbads an der Vennstraße - „Da wird was im geheimen Kämmerlein ausgekungelt“, vermutet er.

    Bezüglich der unendlichen Geschichte für den Erhalt des Hallenbads an der Vennstraße, muss man sich Luft machen, es bleibt einem gar nichts anderes übrig - sonst platzt man! Man muss nicht alles verstehen, wäre da nicht der gesunde Menschenverstand…!

     

    Ich habe das alles verfolgt: Leserbriefe, die Ratssitzung, einzelne Meinungen von den Bürgern und den Stadtverordneten und, und, und. Argumente sind genug ausgetauscht, die brauche ich hier nicht unbedingt wiederholen. Zwei fehlen noch, dazu komme ich gleich.

     

    Wenn man die Pro- und Kontra-Argumente in die Waagschale wirft, so schlägt das Pendel ganz klar für die Befürworter zum Erhalt des Bades aus. Da beißt keine Maus den Faden ab. Jetzt frage ich mich natürlich, warum wollen "die" das Hallenbad nicht und mit "die" meine ich die CDU und die UWG, die zusammen im Stadtrat die Mehrheit haben. Bei allen Aktivitäten, Diskussionen und Vorträgen muss ich zwangsläufig mein persönliches Fazit ziehen: "die" wollen es wirklich nicht!

     

    Man möchte tatsächlich das kleine Lehrschwimmbecken, wie es so schön heißt, ertüchtigen. Eine größere Badewanne, die im Jahre 1965 schon eine Errungenschaft war und für die damaligen Bedürfnisse ausgereicht hat. Das war vor 50 Jahren!!! Die Zeiten haben sich, und nicht nur die Zeiten, die Einwohner und die Schullandschaft ebenso, massiv verändert. Eine einzelne Sammelumkleidekabine bei den Herren mit 3, in Worten drei, Kabinen, einer kleinen Dusche und ebenso winzigen Toiletten reicht einfach nicht mehr. Bei den Damen wird es wohl genauso sein. Veranstaltungen bei einem 12,5 Meter langen Becken kann man vergessen; Leistungssport im Schwimmen bei den Schulen nicht anbieten.

     

    Jeder Arzt sagt, dass Schwimmen der gesündeste Sport sei. Das Hallenbad ist eine sportlich soziale Einrichtung. Meiner Meinung nach braucht das keine schwarzen Zahlen schreiben. So ein Hallenbad ist Pflicht, genauso wie die Krankenversorgung. Die DLRG rettet Leben und wer schwimmen kann, ertrinkt nicht so schnell! Und immer noch stellt sich mir die Frage, warum wollen "die" das nicht.

     

    Meine subjektive Erkenntnis, man kann sie auch polemisch nennen, das sehe ich ganz gelassen, ist folgende: Dass die Stadtkasse keinen Heller mehr hat, weiß jeder. Trotzdem wird in Waldbröl gewirtschaftet, dass man meint, die Kämmerin der Stadt hätte Goldesel im Gewölbekeller. (Kauf des Petzanwesen, Bau des Bürgerdorfes, Ertüchtigung der Feuerwehr, Straßenveränderungen ohne Ende, Merkurhaus usw.) Und jetzt komme ich auf den Punkt. Natürlich gibt es jede Menge Zuschüsse vom Bund, vom Land und von wo auch immer. Das sind aber keine 100 Prozent! Also muss die Stadt trotzdem noch jede Menge Geld für die vielen Maßnahmen ausgeben, dass sie im Endeffekt nicht hat.

     

    Also, ich betone es noch einmal, es ist meine persönliche Spekulation, möchte man so gerne das Hallenbad abreißen und dann an gleicher Stelle einem Investor, in welcher Form auch immer, das Grundstück, groß genug ist es ja, verkaufen. Da ist was im Busch, da wird was im geheimen Kämmerlein ausgekungelt, wie sonst ist das Verhalten zu erklären?

     

    Damals, als man das Rathaus mit in dem REWE-Center am Marktplatz integrieren wollte, stellte sich auch im Nachhinein heraus, dass schon fertige Pläne zur Umgestaltung des Alsberg durch einen Investor in der Schublade lagen. Gewusst hat man das erst nach dem Bürgerbegehren.

     

    Man sollte sich überlegen, ob man das Bürgerdorf in ein Bürgerrathaus umwandelt, also Geld spart, um damit das Hallenbad zu retten. Man hat sich verrannt, verkalkuliert, versuchte das Unmögliche möglich zu machen, bei all diesen Investitionen und somit wird jetzt "unser" Hallenbad an der Vennstraße auf der Strecke bleiben?! Wie schon geschrieben, man will es nicht, aber man will es aber auch nicht zugeben - und das ist das Fatale!

     

    Heinz-Otto Janßen, Morsbach

    Oberberg aktuell

    „Dann gehen in Waldbröl wirklich die Lichter aus“

    (Leserbrief/05.07.2016-16:10)

    Waldbröl - Für Jürgen Seinsche nimmt die Diskussion rund um den Erhalt des Hallenbades in Waldbröl nimmt immer kuriosere Formen an.

    Die Diskussion rund um den Erhalt des Hallenbades in Waldbröl nimmt immer kuriosere Formen an und zeigt auch deutliche Ungereimtheiten in den Verfahrensweisen. Während die Stadtverwaltung um Bürgermeister Peter Koester offen mit Grundsteuererhöhungen droht (den mittlerweile berüchtigten „Bergneustädter Verhältnissen“), wenn das Schwimmbad geöffnet bleibt, zeigt das Betreiberkonzept Wege auf, wie der städtische Haushalt entlastet werden kann – und zuletzt präsentiert die Gemeindeprüfungsanstalt Zahlen, die nicht mit den individuellen Waldbröler Verhältnissen konform sind und mit Daten aus Durchschnittswerten von Schwimmbädern aus der gesamten Republik aufwarten. Bäder, die in der Vielzahl alt und ebenfalls sanierungsbedürftig sind.

     

    Hier häufen sich nun die Fragen:

    - Warum wird ein Betreiberkonzept Mitte Januar dieses Jahres im Bürgerhaus den Ratsmitgliedern und der Verwaltung vorgestellt und auch an diese weitergegeben, ohne dass direkt im Anschluss beispielsweise die Verwaltung die Zahlen bei den Mitgliedern des Planungszirkels um Herrn Rothstein hinterfragt?

    - Warum stellt stattdessen die Kämmerin die Zahlen in Frage, ohne sie mit den Urhebern zu besprechen?

    - Warum wird die Gemeindeprüfungsanstalt erst Monate später involviert?  

    - Aus welchem Grund ist der Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt erst kurz vor der Ratssitzung an die Ratsmitglieder weitergegeben worden? Wollte man die Ratsmitglieder verunsichern? Wollte man ein positives Votum zum Erhalt des Hallenbades verhindern?

    - Noch spannender ist aber die Frage, warum in der Ratssitzung durch den Bürgermeister Peter Koester versucht worden ist, besonders die Fraktionen von SPD, FDP und Grünen dazu zu bewegen, ihre Anträge für das Schwimmbad zurück zu ziehen – verbunden mit dem Angebot, das Gutachten der Gemeindeprüfungsanstalt dann nicht vorstellen zu lassen. Wird hier unverhohlen der Versuch unternommen, etwas zu vertuschen?

     

    Das Bild, welches die CDU und die UWG vor und auch während der Ratssitzung abgegeben haben, kann schlechter nicht sein. Erst traut sich die CDU keine eigene Entscheidung zu und möchte, dass die Bürger dies entscheiden. Dann nehmen sie den Protest der Bürger vor der Ratssitzung nicht ernst und wollen sich trotzdem nicht grundsätzlich für den Erhalt des Hallenbades aussprechen. Auch im Verlauf der Ratssitzung schaffen es dann beide Fraktionen nicht, sich für den Erhalt des Schwimmbades auszusprechen. Stattdessen versuchen sie mehrfach, die Oppositionsparteien dazu zu bewegen, ihre Anträge zum grundsätzlichen Erhalt des Hallenbades zurück zu ziehen. Wird so unser Waldbröl gestaltet?

     

    Besonders die CDU spricht immer wieder von „zwei Herzen, die in ihrer Brust schlagen“! Diese zwei Herzen sind, wenn man die Aussagen in der Ratssitzung hört, ein Wirtschaftliches und ein Soziales. Liebe Vertreter der CDU – seit wann kann ein kommunales Hallenbad betriebswirtschaftlich geführt werden? Zuschüsse zum laufenden Betrieb werden immer notwendig sein – und sind auch im Betreiberkonzept vorgesehen! Sind denn die Stadtverwaltung und unsere Schulen nicht auch Zuschussbetriebe, die wir dennoch brauchen?

     

    Schauen wir uns die Umgebung des Hallenbades an. In direkter Nachbarschaft befindet sich noch die Heidberghalle – welche (folgt man dem Haushaltssicherungskonzept) ebenfalls auf der Abschussliste der Stadt steht und 2019 geschlossen werden soll. Der TuS mit seinen Tennisplätzen und der Rasenplatz können dem geplanten Beispiel des Hallenbades folgen und schon hat man ein sehr gut angeschlossenes, riesiges Bauareal, direkt an der Promenade gelegen. Leider hat sich Waldbröl dann so sehr in seiner Attraktivität beschnitten, dass es wohl schwierig sein wird, Menschen dazu zu bewegen, sich hier nieder zu lassen. Damit geht einher, dass es für unsere Unternehmen immer weniger Mitarbeiter geben wird, was dazu führen kann, dass sich diese dann auch von Waldbröl abwenden. Immerhin, bis dahin dürften die Straßen und Wege fertiggestellt sein, damit jeder schnell und ohne Umwege aus Waldbröl fliehen kann. Dann gehen in Waldbröl wirklich die Lichter aus, wie unsere Kämmerin in ihrem Vortrag angedeutet hat.

     

    Jürgen Seinsche, Waldbröl